Wettbewerb Kultur- und Bürgerzentrum Markt Tittling
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Projekt: Wettbewerb Neubau Kultur- und Bürgerzentrum Markt Tittling
Ort: Tittling
Architekt: Arge Architekt an Bord, Augsburg
SWR Architekten, Augsburg
Bauherr: Markt Tittling, 94104 Tittling
Nutzfläche: 1.250 m²
Städtebau
Die Gestaltung des Kultur- und Bürgerzentrums fokussiert sich auf ein modern-minimalistisches Konzept mit hohem Wiedererkennungswert.
Die giebelständige Bauweise steht im städtebaulichen Kontext zum Rathaus und der naheliegenden Kirche und wird mit dem markant ausgebildeten Hauptbaukörper als Gebäude der öffentlichen Begegnung klar erkennbar. Die Klinkerfassade, als Blickfang, verstärkt diesen Eindruck und verleiht dem Gebäude eine robuste, aber zugleich elegante Erscheinung.
Durch die geschickte Platzierung des Baukörpers und die kompakte Bauweise bindet sich das Gebäude harmonisch in das Ortsbild ein und eröffnet eine deutlich verbesserte Blickbeziehung vom Marktplatz zum historischen Rathaus.
Außenbereich
Im Bereich vor dem Rathaus entsteht ein zentraler Platz, der die Besucher auf den Sitzstufen entlang des Gebäudes und dem Außenbereich des Cafés zum Verweilen einlädt.
Mit der großflächigen Entsiegelung im Hofbereich entsteht klimawirksamer Pflanzraum für schattenspendende Großbäume.
Durch die Schaffung zusätzlicher Grünflächen wird mit der Nähe zum Rathaus ein Raum mit hoher Aufenthaltsqualität geschaffen.
Dies fördert die soziale Interaktion und dient als Treffpunkt, ohne mit dem Marktplatz in Konkurrenz zu treten.
Der vorhandene Skulpturenweg wird entlang der neuen Wegeverbindung bis zum Marktplatz hin fortgeführt.
Das geplante Gründach auf dem Nebenbaukörper entfaltet seine optische, klimatische und wasserrückhaltende Wirkung vorrangig für die im Nahbereich angesiedelten Räume.
Innere Erschließung
Das Gemeindezentrum wird mit einem einladenden Foyer über den zentralen Eingangsbereich erschlossen.
Hier findet der Besucher direkt die Touristeninformation und einen Verkaufsbereich für regionale Erzeugnisse, sowie den geschützten Garderobenbereich.
Über mehrere Stufen mit Sitzelementen wird die Bücherei als zentraler Treffpunkt erreicht und bietet durch die transparente Fassade attraktive Sichtbezüge zum Rathaus und zu den angrenzenden Grünanlagen mit Blick in die Baumkronen.
Eine geschickt platzierte Treppe verbindet die Bücherei mit dem darunterliegenden Café, das mit einem attraktiven Außenbereich zum Platz vor dem Rathaus orientiert ist.
Der Mehrzwecksaal in der ersten Ebene wird über das zentrale Haupttreppenhaus erschlossen und wendet sich mit der großflächigen Verglasung dem Marktplatz zu.
Die notwendigen Nebenräume sind gegenüberliegend in dem untergeordneten Gebäudeteil untergebracht.
In der zweiten Ebene finden sich die Tittlinger Stube mit großflächiger Verglasung zum Gründach sowie separate Büroräume für die VHS und das Bauamt wieder.
Die vertikale Erschließung erfolgt über das großzügige Haupttreppenhaus, der behindertengerechte Aufzug gewährleistet die Erschließung sämtlicher Ebenen.
Der zentrale Sanitärbereich mit Technikräumen wird über das Haupttreppenhaus in der unteren Ebene direkt erschlossen.
Durch die kompakte Bauweise und die Minimierung der Erschließungsfläche ist eine wirtschaftliche Erstellung gewährleistet.
Energie/Ökologie/Nachhaltigkeit
Über das Baustein-Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen – werden sämtliche gebäudespezifischen Kriterien erfasst und in der planerischen und baulichen Umsetzung optimiert. Als Zielsetzung gilt eine Zertifizierung in Bronze.
Ökologische Qualität:
Die Flächeninanspruchnahme ist durch die kompakte Bauweise auf ein Minimum reduziert.
Der Abbruch des rückwärtigen Gebäudes erfolgt zugunsten der Flächenentsiegelung und wird durch die Rückführung der Baumaterialien in den zirkulären Bauprozess kompensiert.
Die Inanspruchnahme von Trinkwasser und Abwasser ist nutzungsspezifisch minimiert und wird durch die Grauwassernutzung optimiert.
Angestrebt ist eine Mindestqualität als Energieeffizienzhaus 55. Die Abwägung erfolgt über eine Kosten-Nutzen-Analyse mit folgenden Bausteinen:
Einbau einer Photovoltaikanlage mit Pufferspeicher zur Deckung des Tagesbedarfs
Ein übergreifendes Verschattungskonzept nutzt den umliegenden Baumbestand als natürlichen Schatten- und Kühlfaktor und wird über außenliegende Raffstoreanlagen und eine teilweise Permanentverschattung ergänzt.
Über Nachtkühlung in Kombination mit Speichermasse wird mit dem Prinzip der Phasenverschiebung ein angenehmes Raumklima geschaffen und mit einer Heiz-/Kühldecke sowie einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ergänzt.
Ökonomische Qualität:
Die kompakte Gebäudeplanung und die Minimierung von Erschließungsflächen sowie die Umsetzung von Low-Tec-Konzepten führt zu einer kostenoptimierten Bauweise mit niedrigen Lebenszykluskosten.
Durch die Umsetzung eines durchgängigen Erschließungskonzeptes ist eine spätere Umwandlung mit anderen Nutzungen problemlos möglich.
Soziokulturelle Qualität:
Eine hohe Aufenthaltsqualität entsteht durch die Verwendung ökologischer Baustoffe und eine optimierte Tageslichtnutzung mit attraktiven Blickbezügen. Der Einsatz von akustisch wirksamen Bauteilen in den Bereichen Wand, Decke und Möblierung ergänzt diese Qualität.
Technische Qualität:
Die gesamte Baukonstruktion ist so gewählt, dass sämtliche verwendeten Komponenten recyclebar sind.
Eine Risikobeurteilung möglicher Naturgefahren (Wind/Hitze/Starkregen) ist in der Planung berücksichtigt. Vor allem mögliche Starkregenereignisse werden durch eine gezielte Wasserableitung im Außenbereich entschärft.
Die Umsetzung der Gebäudetechnik über Low-Tec-Konzepte gewährleistet eine hohe Instandhaltungsfreundlichkeit.
Prozessqualität:
Eine hohe Ausführungsqualität wird durch die integrale, bewirtschaftungsoptimierte BIM- Planung mit Kollisionsüberwachung erreicht.
Eine bauzeitenoptimierte Terminplanung über Lean Construction gewährleistet kurze
Planungs- und Bauzeiten.
Die Qualitätssicherung erfolgt über baubegleitendes Monitoring, eine systematische Inbetriebnahme ermöglicht die Optimierung der Anlagentechnik für einen wirtschaftlichen Betrieb.






